Deutsche Policy of Pretention Read ¶ eBook, PDF or Kindle ePUB


Deutsche Policy of Pretention

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Enkonferenzen1875 1912 im Kaiserreich der Boden entzogen Wie dieser Begriff durch Wolfgang Mommsen zunächst adaptiert die Düsseldorfer Argumentation zu Fall bringt ist in dem abschließenden Beitrag zur Policy of Pretention desReichs für die Jahre 1871 bis 1914 entwickeltDass das Deutsche Reich im Kriege nicht den allseits erwartetenmilitärischen Erfolg erzielte war ua in den tiefliegenden Defektendes deutschen Staatswesens und dessen Streitkräften begründet Ein inden gesellschaftlichen Strukturen erstarrtes Staatswesen hatte dieZeichen der Zeit nicht erkannt Mittelmäßiges Management veranlasste ua im September 1914 Fehlschläge Marneschlacht die irreparabel waren Der Krieg so wie er politisch und militärisch zuvor gedacht gewesen war ging verloren Ein vierjähriges verlustreiches und nutzloses Ringen folgte Alle Beteiligten büßten in der Folge ihre bis dato errungenen Positionen als Groß oder Weltmächte ei.

Summary Æ eBook, PDF or Kindle ePUB ¹ Bernd F. Schulte

Historiker Zunft mag es begrüßen oder nicht es geht um den Entschluss des Kaiserreiches von 1912 den großen Krieg bei nächster sich bietender Gelegenheit zu führenDazu wird das Spektrum des innenpolitischen Kräftespiels im Deutschen Reich von 1871 unter dem dezidiert entwickelten Blickwinkel des Einsatzes der Armee im Inneren Staatsstreich Anarchismus Streik Revolutions und Bürgerkriegsdrohung aus der Sicht der Militärbehörden schärfer konturiert und damit der Weg in den Ersten Weltkrieg ergänzend unter dem Aspekt der Kriegsvorbereitung beleuchtet Die These der Düsseldorfer Schule es sei auf Grund der inneren Strukturen des Reiches informeller Regierungsstil Wilhelms II von einer Polykratie d h der vielfach behaupteten jede Entscheidung paralysierenden Zerklüftetheit der Entscheidungsträger in Berlin auszugehen dieser Theorie im Gefolge Gerhard Ritters wird hier mit dem Blick auf die Institution20der Kris.

Bernd F. Schulte ¹ 7 review

In diesem Sammelband geht es um die Europäische Krise von 1914 Ob die deutsche Geschichtswissenschaft den Gedenktag im Jahre 2014 feiern wird oder nicht stellen muss sie sich der Kontroverse um den Ausbruch des Ersten Weltkrieges Dieser Aufsatzband der 1983 in erster Auflage erschien Europäische Krise und Erster Weltkrieg Beiträge zur Militärpolitik des Kaiserreiches 1871 1914 jetzt als E Book schlägt mit dem neuen Beitrag zur Policy of Pretention Krisenkonferenzen und informelles Regierungssystem im Kaiserreich 1905 1914 den Bogen über 25 Jahre WeltkriegforschungDass in diesem Zusammenhang dem Problem der Krisenkonferenzenallgemein und im NovemberDezember 1912 im Besonderen innerhalb des Entscheidungsprozesses der politischen und militärischen Führungselite des Deutschen Reiches entscheidende Bedeutung im Hinblick auf einen Krieg in absehbarer Frist zukommt belegen die hier vorgelegten neuen uellen Die deutsche.

  • Paperback
  • 404
  • Deutsche Policy of Pretention
  • Bernd F. Schulte
  • en
  • 14 January 2019
  • 9783837022513

3 thoughts on “Deutsche Policy of Pretention

  1. says:

    Abstieg eines Kriegerstaates Heute werden Kriege demokratisch geführt Über den Einsatz der Bundeswehr am Hindukusch und anderswo entscheidet offiziell der Bundestag – wenngleich gegen den ausdrücklichen Willen der Mehrheit des deutschen Volkes Wer die aktuelle politische Weltlage in ihrer ganzen Explosivität begreifen will der muß sich mit der europäischen Krise des Jahres 1914 beschäftigen Unheilvolle Parallelen drängen sich dabei aufWichtige Entscheidungen fielen damals ganz in der Nähe von Eberswalde »Im Juli 1914 berührte die deutsche Reichspolitik Hohenfinow« heißt es dazu in der Ortschronik von Hohenfinow die 2007 anläßlich 750 Ortsjubiläums erschien Der Hohenfinower Gutsherr Theobald von Bethmann Hollweg war seit Sommer 1909 Reichskanzler Im Juli 1914 war die Reichsregierung im Urlaub und Bethmann Hollweg weilte auf seinem Schloß in Hohenfinow 6 2571914 Über eine Telegraphenstation im Schloß hielt er den Kontakt mit Kaiser Wilhelm II den Regierungsstellen in Berlin und der Militärführung »Akten wurden von und nach Berlin zur Bearbeitung gesandt Des Reichskanzlers Expreßzug stand im Bahnhof Niederfinow bereit« Am 25 Juli 1914 verließ Bethmann Hollweg Hohenfinow Am 1 August proklamierte Wilhelm II die Generalmobilmachung Ein 2009 in zweiter Auflage erschienene Aufsatzband aus dem Jahr 1983 über die deutsche Hegemonialpolitik liefert komplexe Einsichten zur Vorgeschichte und zu den Ursachen des Ersten Weltkriegs Dabei wird das teilweise verwirrende Spektrum des innenpolitischen Kräftespiels im Deutschen Reich akribisch herausgearbeitet Autor ist der Historiker und Publizist Bernd F Schulte ein Schüler des berühmten Hamburger Zeitgeschichtlers Fritz Fischer »Dieser Band faßte 198283 jene Fragen und Antworten zum Forschungsstand ›Erster Weltkrieg‹ zusammen die in der damaligen westdeutschen Geschichtsschreibung nicht zur Kenntnis genommen wurden« heißt es in der Vorbemerkung zur Neuauflage Die von Schulte in seiner Einleitung zur Erstauflage konstatierte »Tendenzwende innerhalb der deutschen Geschichtswissenschaft weg von einer progressiven Interpretation Theorie Sozial und Wirtschaftsgeschichte zurück zu der traditionellen neubelebten Diplomatiegeschichte alter Prägung in einer ›neuen politischen Geschichte‹ unter Verwendung modisch gewordener Versatzstücke aus der Politikwissenschaft ›Polykratielehre‹« hat längst spätestens aber im Gefolge der Abwicklung der DDR Geschichts Wissenschaft alle Bereiche der historischen Forschung erfaßt Die offiziöse »historische Analyse« die sich in Schultes Worten 1983 noch »anschickte in die Diktion apologetischer letztlich das Schicksal bemühender Erklärungsversuche zurückzufallen« hat diesen Anpassungs und Verfallsprozeß inzwischen weitgehend vollzogen Ausgangs und Orientierungspunkt von Schultes Aufsätzen bildet die sogenannte Fischer Kontroverse der 1960er Jahre Fischers Arbeiten beruhten auf akribischen uellenrecherchen vor allem der gründlichen Auswertung der Akten des Auswärtigen Amtes und der Reichskanzlei Im Potsdamer Zentralarchiv war er auf das »Septemberprogramm« des Reichskanzlers Theobald von Bethmann Hollweg aus dem Jahr 1914 gestoßen das in Erwartung eines raschen deutschen Sieges weitreichende Annexionen in Frankreich und den Beneluxstaaten sowie koloniale Inbesitznahmen in Zentralafrika vorsah Dieses Programm schrieb Fischer stellte »keine isolierten Forderungen des Kanzlers dar sondern repräsentierte Ideen führender Köpfe der Wirtschaft Politik und des Militärs« die darin formulierten Richtlinien seien »im Prinzip Grundlage der gesamten deutschen Kriegszielpolitik bis zum Ende des Krieges« gewesen Griff nach der Weltmacht Die Kriegszielpolitik des Kaiserlichen Deutschland 1914 1918 Düsseldorf 1961 Sonderausgabe 1967 S 95 Fischer widersprach damit der damals in der BRD verbreiteten Auffassung Deutschland sei rein defensiv in den Krieg »hineingeschlittert«Wie Bernd F Schulte nachweist lief das Konstrukt der »Policy of Pretention« der deutschen Hegemonialpolitik seit 1905 nahezu zwangsläufig früher oder später auf einen Kriegsentschluß hinaus Vor dem Hintergrund des militärischen Zusammenbruchs der Türkei im 1 Balkankrieg 1912 wurden die Weichen endgültig auf einen Krieg ab 1914 gestellt Bereits am 20 Januar 1913 stellte der Generalstab den »Aufmarschplan Deutschlands« in einem Dreibundkrieg fertig Im Juni 1913 folgte die »Große Heeresvermehrung« nach Schulte nichts anderes als die »Vorbereitung der Armee für den großen Krieg mit den Flügelmächten Frankreich und Rußland und damit zugleich für den europäischen Krieg der in neunzig Prozent zum Weltkrieg führen würde« S 37»Nicht ausschließlich Wilhelm II« das zeigen laut Schulte »die uellen zu den Krisenkonferenzen in Springe und Berlin sondern der Verbund von Politik und den Kräften der kaiserlichen Umgebung das heißt des Hofes mit ›Maison Militaire‹ der Militärs aber auch der Vertreter der ›pressure groups‹ aus Industrie Landwirtschaft und Bürokratie bestimmten den Kurs der deutschen Politik« S 344 Völlig widersinnig sei daher die dem traditionellen Ansatz zugrundeliegende Annahme »die ›au fond‹ friedensliebenden Führungseliten des Kaiserreichs seien unter dem Druck einer kriegswilligen Öffentlichkeit letztlich zum Kriege gezwungen worden« urteilt der Autor und schließt »Eine solche Geschichtsschreibung stellt die historische Wirklichkeit auf den Kopf« ebdIn weiteren Aufsätzen geht Schulte der Frage nach warum das Deutsche Reich im Weltkrieg nicht den von den Führungseliten in Wirtschaft Militär und Politik erwarteten militärischen Erfolg erzielte Laut Schulte ist dies insbesondere in den tiefer liegenden strukturellen Defiziten des deutschen Staatswesens und dessen Streitkräften – etwa hinsichtlich Ausbildungsstand und Waffentechnik – begründet In überlebten gesellschaftlichen Strukturen erstarrt habe die politische und militärische Führung die Zeichen der Zeit nicht erkannt Ein nur mittelmäßiges Management habe schließlich Fehlschläge wie die Marneschlacht verursacht die irreparabel waren Den Fokus richtet der Autor auch auf den – angesichts von Staatsstreich Anarchismus Streik Revolutions und Bürgerkriegsdrohung – von den kaiserlichen Militärbehörden immer schärfer konturierten Sicherheitsaspekt der im Hinblick auf die deutschen Kriegsvorbereitungen analysiert und ausgeleuchtet wirdBarnimer Bürgerpost die unabhängige Leserzeitung NR190 16JAHRGANG AUSGABE 112010 VOM 3DEZEMBER 2010 ERSCHEINT MONATLICH 1 EUR buchtip 14Dieser Beitrag beruht maßgeblich auf der Rezension von ALEXANDER BAHAR in der Tageszeitung»Junge Welt« vom 1 September 2010

  2. says:

    VON KRISE ZU KRISE GESTEIGERT Norman Gutschow im Gespräch mit Bernd F Schulte25 Dezember 2011 FreieWeltnet In Ihrem Buch “Deutsche Policy of Pretention” schildern Sie den “Abstieg eines Kriegerstaates 1871 1914″ Wie ist dieser Begriff “Anmaßung”Pretention zu verstehen? Dr Bernd F Schulte “Pretention” hieß 1914 “Bluff” Es handelte sich um ein Modewort der damaligen Diplomatie Schließlich wurde der Fehlschlag der europäischen Regierungen in der Julikrise des Jahres 1914 mit der Formulierung entschuldigt man habe sich eben “festgeblufft” Dass Spielerische des Vorgangs wurde leichtfertig überbetont Hier geht es allerdings um mehr So wie die wissenschaftliche Interpretation der Ereignisse bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges im Verlaufe der neueren Diskussion seit 1961 eine eher unglückliche Fixierung auf den JuliAugust feststellt so geht es inzwischen in der allgemeinen Forschung darum die europäische Welt zwischen 1905 und 1914 – hinsichtlich deren wirtschaftlichen diplomatischen militärischen und kulturgeschichtlichen Wurzeln – zu untersuchen Das heißt die Berliner Politik habe ein zunehmend bedeutenderes Risiko übernommen Ich sehe die deutsche Politik dabei systematisch von Krise zu Krise gesteigert nahezu naturwissenschaftlich und labormäßig ein “testing the entente” vorzunehmen Es ging darum festzustellen als wie solide das – in Berlin als monolithisch aufgefasste – System der Entente Bündnisse und Absprachen – zwischen Paris Petersburg und London – sich herausstelle Die deutsche Politik basierte nach dem deutsch französischen Krieg von 187071 zu großen Teilen auf dem herausragenden Ruf der preußisch bestimmten Armee Es ist gezeigt worden dass Kampfwertvergleiche den anscheinend unerschütterlichen Nimbus der deutschen Waffen als immer labiler erscheinen ließen Spätestens seit der Marokkokrise von 1905 brach sich eine breit gefächerte Kritik an den deutschen taktischen und operativen Verfahren Bahn Zum Beispiel in der “Revue Militaire des Armées Ètrangères” des französischen Generalstabes sowie englischen französischen und russischen Magazinen Monatsschriften und Tageszeitungen Das geschah in einer breiten Kritik unter anderem am Beispiel der deutschen Kaisermanöver Die nicht unbedingt erfolgreichen diplomatischen Bemühungen Berlins in diesen Jahren verschärften zusätzlich die fortschreitende Erosion des Bildes der Zeitgenossen von der preußisch deutschen Armee als der „besten der Welt“ Nicht zuletzt durch den immer wieder aufgenommenen Appell das Schwert zu ziehen entwertete abgesehen von diesem technischen Hintergrund die Berliner Diplomatie ihre Pressionspolitik 190406 190809 und im Herbst 1912 selbst Es wuchs in den Hauptstädten Europas bis Ende 1912 die Überzeugung heran nun bei nahezu vollendeter militärischer Rüstung diesem Druck künftig widerstehen zu sollen So kam es zu einem Krieg in den Deutschland mit noch nicht vollendeter Rüstung eintrat Deutscherseits wurde diese Kritik bis hinauf zum Kaiser empört zurückgewiesen und in Berlin übersehen dass jahrzehntelang bedeutende Summen in den Schlachtflottenbau geflossen waren die nun – wie sich herausstellen sollte – in der Armee unübersehbare Lücken verursacht hatten Die Marne erreichten im September 1914 die Armeen des rechten Heeresflügels nicht nur ohne die 1913 umstrittenen drei Armeekorps sondern auch ohne ein in Führung und Gefecht konkurrenzfähiges Kampfverfahren FreieWeltnet Erläutern Sie bitte ihren Begriff des “Kriegerstaates” Dr Bernd F Schulte Einerseits hat Paul Kennedy in seinem berühmten Buch über den “Aufstieg und Fall der großen Mächte”1986 vor allem am Beispiel Spaniens Englands – wie auch Deutschlands der USA und der UdSSR – dafür plädiert den Akzent staatlicher Grundstruktur und Politik nicht ausschließlich auf militärische Machtentfaltung zu setzen These die nicht zuletzt in Washington hart umstritten war veranlaßte mich den Begriff „Kriegerstaat“ in Bezug auf das deutsche Kaiserreich anzuwendenAndererseits bildete sich die etwas ältere Bedeutung heraus im Verlauf der Diskussionen um das Buch Fritz Fischers “Griff nach der Weltmacht” 1961 Diese wissenschaftlichen und publizistischen Auseinandersetzungen um Strukturen Modernitätsgrade und Entwicklungschancen des Kaiserreichs hinterließen eine breitere Spur in der jüngeren deutschen sozialgeschichtlich orientierten Historiographie Die Erkenntnis bildete die mittelalterlich feudalen einseitig kämpferischen Versatzstücke im Erscheinungsbild des wilhelminischen Kaiserreichs Reden nationale Parolen Paraden Aufmärsche Stechschritt wie dessen hierarchisch strukturierter Gesellschaft Armee und Verwaltung hätten das Bewusstsein des damaligen Bürgertums bis in die Arbeiterschaft einseitig kämpferisch maskulin geprägt Diese Hypothesen die in der jüngsten deutschen Forschung aufmerksame Ohren gefunden haben mögen in den Rahmen der militanten Problemlösungsversuche welche die deutsche politische Führung zwischen 1905 und 1914 unternahm hineingespielt haben Zu Beginn der achtziger Jahre veröffentlichte Arbeiten ließen in Bezug auf die Krisenkonferenz Problematik innerhalb der Berliner Führungsspitze wie hinsichtlich des Bürgerkriegs Problems im militärischen Bereich und hinsichtlich der horrenden fatalen deutschen Verluste 1914 beim Angriff auf Belgien und Frankreich diese Momente bereits anklingen Deutsche Armee 1977 Vor dem Kriegsausbruch 1914 So gelangte ich unter dem Eindruck der letzten Aufgipfelung des Rüstungswettlaufs im „Kalten Krieg“ zwischen den USANATO und der UdSSR 197983 zu der Überlegung militärische Lösungswege wo immer möglich durch diplomatisch politische und Ansätze zu “unterfüttern” FreieWeltnet Sie sind Schüler des Hamburger Historikers Fritz Fischer dessen Buch „Griff nach der Weltmacht“ vor 50 Jahren die sog “Fischer Kontroverse” auslöste Wie ist ihr Verhältnis zu ihm und wie steht es in der heutigen Wissenschaft um seine Thesen? Dr Bernd F Schulte Fritz Fischer war mein Lehrer und hat mir vermittelt stets auf die uellen zurückzugehen positiv positivistisch zu denken und neues Material der historischen Forschung zur Beantwortung der dieser gestellten Fragen zur Verfügung zu stellen Ich kam zu ihm 1972 als Batterieoffizier in einem Hamburger Artillerie Batallion und ging 1983 im Begriff einen Platz beim Fernsehen zu finden Dazwischen lagen meine Dissertation und ein Buch zu Balkankrise und dem “Kriegsrat” von 1912 sowie – auf Fischers Seite – einige Rezensionen und Vorträge ein Aufsatzband sowie der große Auftritt 1978 vor dem Hamburger Historikertag das daraus entstandene Buch “Bündnis der Eliten” und die Kampfschrift “Wir sind nicht hineingeschliddert” zum Kriegsausbruch 1914 und der “Fälschung der Riezler Tagebücher” einer damals hart geführten Kontroverse Wir scheiterten gemeinsam in dem Bestreben mich noch in der Wissenschaft unterzubringen Stets ging es Fischer in diesen Jahren darum zu unterstreichen dass die besondere Bedeutung von forscherischer Leistung vor allem darin bestehe einen Beitrag zu einem größeren Ganzen zu leisten Das hat er 1988 unterstrichen als zu seinem 80 Geburtstag eine Gala stattfand Mein Fernsehportrait dazu stellte Fischer ganz in sein Hamburger Umfeld und vor allem unter den Einfluss der Ergebnisse des Zweiten Weltkrieges Als er nämlich 1947 aus der Gefangenschaft zurückkam hatte er mit den Traditionen des preußisch deutschen Nationalstaates grundsätzlich gebrochen Diese Zäsur vollzog er zunächst in seinem angestammten protestantisch theologischen Arbeitsfeld Mit dieser Wende hin zum westeuropäisch amerikanischen Kulturkreis zog sich Fischer bereits 1949 die scharfe Opposition Gerhard Ritters zu Als Fischer dann 195961 die Kriegsziele des kaiserlichen Deutschland neben die Hypertrophie Hitlerscher Aggressionspolitik stellte Kontinuität beging er nach der überwiegenden Auffassung der damaligen Historikerzunft und bundesdeutschen Gesellschaft ein Sakrileg Dieses Buch das unter “Griff nach der Weltmacht” firmierte kam im November 1961 auf den Buchmarkt und wurde eingeleitet durch ein Kapitel das die Entstehung des Ersten Weltkrieges entwickelte Störten Fischers Darlegungen zu den deutschen Kriegszielen im Ersten Weltkrieg an sich schon die trügerische Ruhe genug welche deutsche Historiker für das Thema “1914″ verordnet hatten so bot dieses Kapitel eine ungeschützte Flanke eröffnete den neuen alten Kriegsschauplatz” deutscher Kriegsschuld und forderte geradezu die konservative wissenschaftliche Fronde zum Gegenstoß heraus Niemand war weniger als Fischer zum Vorboten der sozialliberalen Koalition von 1969 geeignet Dennoch sein berühmtes Buch gehört zur Vorgeschichte des innenpolitischen Wandels in Deutschland der sich im Verlauf der sechziger Jahre vollzog Auch demonstrierten Fischers Publikationen dem Ausland dass es nun durchaus auch in den politischen Grundsatzfragen ein neues Deutschland gebe So liegen Fischers Verdienste weniger in den immer noch hart umkämpften Deutungsunterschieden und wissenschaftlichen Grabenkämpfen um die Entstehung des Weltkrieges von 1914 als vielmehr in seiner indirekten politischen Wirkung Wissenschaftlich übergreifend hat der Hamburger Historiker zusätzlich gegen die überkommene diplomatiegeschichtlich akzentuierte Auffassung den eher sozial und wirtschaftsgeschichtlich akzentuierten Ansatz seiner Hamburger Schule gestellt Dieser hat Frucht getragen und mit anderen Forschern die deutsche Geschichtswissenschaft insgesamt wieder auf internationales Niveau gehoben FreieWeltnet Sie beziehen sich in ihrem Buch vor allem auf die Krisenkonferenzen im Führungssystem des Deutschen Reiches und die Rolle des Reichskanzlers Theobald von Bethmann Hollweg Dr Bernd F Schulte Kurz gesagt behauptet die traditionelle deutsche Geschichtswissenschaft in Kontinuitätseit 1959 die “Schuld am Ersten Weltkrieg” spiele “kaum noch eine Rolle innerhalb der Forschung” Dass der Begriff der “Krisenkonferenzen” im Kaiserreich noch bis in die jüngste Zeit benötigte um von eben diesem Teil der deutschen Geschichtswissenschaft akzeptiert zu werden zeigt wie wenig dieses Problem in Deutschland verarbeitet ist Es geht um die vordergründige Abschwächung der Fischer These am 8 Dezember 1912 dem sogenannten “Kriegsrat” bei Wilhelm II sei für einen Zeitpunkt in anderthalb Jahren der Erste Weltkrieg beschlossen worden Bereits der Streit um die tatsächliche Auswirkung dieser Konferenz hoher Vertreter von Armee und Marine beim Kaiser legte offen wie heiß umkämpft die deutsche Verantwortlichkeit nach wie vor war und ist Wie groß nun mein Interesse an dieser Frage war zeigt die Tatsache dass ich bereits in der Dissertation über die deutsche Armee von 1914 1977 auf eine Unterredung zwischen dem Reichskanzler und dem Feldmarschall Colmar von der Goltz erstmals Bezug nahm die in unmittelbarer zeitlicher Nachbarschaft zum 8 Dezember stattfand und sich um die Möglichkeit eines Präventivkrieges im Gefolge der türkischen Niederlagen im Herbst 1912 drehte Bestand doch das Bestreben der konservativen Historikerfronde um Wolfgang J Mommsen darin auf die Abwesenheit des Reichskanzlers beim Kaiser und damit eine Nichtbeteiligung der Politik hinzuweisen Diese Argumentation widerlegte mein Buch “Vor dem Kriegsausbruch 1914″ 1980 das die Auswirkungen der Balkankrise auf den “decision making process” in Berlin in den politischen und militärisch strategischen Führungseliten zum Gegenstand erhob Bilden doch militärische Fragen und der strategische Entscheidungskreis den noch fehlenden “Schlußstein” der Fischerschen Argumentation Es wurde gezeigt dass – durchaus im Sinne einer Kriegsvorbereitung – nach dem Dezember 1912 ausgreifende Maßnahmen technischer personeller und funktionaler Art ergriffen wurden die offensichtlich dazu führten dass die deutsche Armee im Jahre 1913 nicht kriegsbereit war uellen die mir 1978 bekannt wurden zeigen darüber hinaus dass es sich im Umfeld der Kriegsentschluss Problematik um ein breiter angelegtes Phänomen innerhalb der deutschen Führungsstruktur handelte In der ersten Auflage des hier behandelten Buches aus dem Jahre 1983 wurde dementsprechend auf die “Krisenkonferenz” bei Bülow im Juni 1909 hingewiesen die durch einen möglicherweise unmittelbar bevorstehenden Krieg mit England veranlaßt war Es fällt auf dass sich die Diskussion im Grunde um die gleiche Problematik wie am 8 Dezember 1912 bewegte Weitere Arbeiten führten zu weiteren “Krisenkonferenzen” die in nächster Nähe zu den übrigen Vorkriegskrisen stattfanden Erste Ergebnisse dieser Forschungen fanden im Annex des hier besprochenen Bandes Aufnahme und führten zu der These vom “Institut der Krisenkonferenzen” in der deutschen Führungsspitze zwischen 1871 und 1914 Es handelte sich also ganz und gar nicht um etwas Besonderes wenn die Spitzen von Politik und Militär sich in Berlin zusammenfanden um über die nächsten Schritte angesichts Krisen mit Frankreich mit Russland und Frankreich mit Rußland allein – und schließlich mit Russland und gegebenenfalls EnglandFrankreich zu beraten Die inhärente Brisanz des “Krisenkonferenz” Begriffs hat die begierig von dem Begriff des “Kriegsrats” abgehende konservative Zunft übersehen Es bildet sich ein ausgesprochen dichtes Bild der äußerst regen Interdependenz innerhalb der deutschen Führung Und dies insbesondere zwischen den politischen und militärischen Ämtern Von einer hochgradigen und vermeintlich strukturbedingten “Polykratie” Düsseldorfer Schule in der politisch militärischen Führungselite des deutschen Kaisereichs kann also vor allem in Bezug auf die lebenswichtigen Fragen von Krieg und Frieden keinesfalls gesprochen werden Im Zentrum der Berliner Politik zumindest zwischen 1909 und 1917 stand und steht der Reichskanzler Theobald von Bethmann Hollweg Es führt nicht weiter wenn dieser Kanzler lediglich als Philosoph und wirklichkeitsfremder Politiker der Diagonale verstanden wird Er war mehr Ausgehend von den Vorstellungen seines Großvaters des preußischen Kulturpolitikers und Staatsrechtlers Moritz August von Bethmann Hollweg in der Krimkriegphase stand er ganz auf der liberalkonservativen Position der von diesem begründeten “preußisachen Wochenblatt Partei” So wollte der Kanzler seit 1909 Deutschland zwischen Russland und England stellen und Grossbritannien auf das Reich durch seine Entrevue Politik auf das Reich “zuzwingen”; so Spielraum für die weiterhin aufrecht erhaltene Europa und Weltpolitik konservieren Dieses “Zuzwingen Englands” führte in ein immer riskanteres “testing the entente”; unter gleichzeitiger Abnahme deutsche des Unbesiegbarkeitsnimbus der deutschen Armee Das führte schließlich zum Scheitern der “Policy of Pretention” im Angesicht der Konfliktlage des JuniJuli 1914 Nicht zuletzt wurde die Entscheidung des Reichskanzlers durch eine von mir hiermit erstmals erwähnte Denkschrift vom 24 Juni 1914 gefördert die offenlegte es sei in den nächsten Monaten mit dem finanziellen Zusammenbruch Österreich Ungarns – und damit dessen militärischer Präsenz – zu rechnen In dem Augenblick des Fürstenmordes von Sarajevo hielt Bethmann Hollweg diese Denkschrift in Händen Diese mag den Kanzler in dramatischen Stunden dazu bestimmt haben einem Kriege im äußersten Falle ins Auge zu sehen da dieser ja noch m i t Unterstützung Österreichs geführt werden könne Eine Aufteilung Österreichs ähnlich jener für die Türkei erwarteten deren Schattenriß fiel in diesen Stunden zwischen dem 28 Juni und 5 Juli 1914 auf die dunkle Eichholztäfelung im Arbeitszimmer des Reichskanzlers auf Schloß Hohenfinow Bernd F Schulte Deutsche Policy of Pretention Der Abstieg eines Kriegerstaates 1871 1914 Norderstedt 2009 404 S 2280 € ISBN 10 383702251X ISBN 13 978 3837022513 Erhältlich unter anderem hierhttpwwwdesrefnbsbnoss Die Internetseite von Dr Bernd F Schulte wwwForumfilmde; wwwforumfilmcom Das Interview führte Norman Gutschow Norman Gutschow 23122011 1137 | Kommentare 0 Vom “Institut der Krisenkonferenzen im Kaiserreich” zum Ersten Weltkrieg25 Dezember 2011 Rezension zuBernd F Schulte Deutsche Policy of Pretention Niedergang eines Kriegerstaates 1871 1914 Hamburger Studien zu Geschichte und Zeitgeschehen Reihe II Bd 1 Norderstedt 2009 Im Jahre 2014 wird sich der Ausbruch des Ersten Weltkrieges zum hundertsten Male jähren Trotz anders lautender Bekundungen geht in der historischen Foschung die Kontorverse um den Ausbruch des “Great War” weiter Der Historiker Bernd F Schulte verfolgt in seinem Buch “Deutsche Policy of Pretention” den Kriegsentschluß des Kaiserreiches vor 1914 Der Fritz Fischer Schüler richtet dabei sein Augenmerk besonders auf Krisenkonferenzen im NovemberDezember 1912 die seiner Ansicht nach “innerhalb des Entscheidungsprozesses der politischen und militärischen Führungselite des Kaiserreiches entscheidende Bedeutung in Hinblick auf einen Krieg in absehbarer Frist zukomment” In dem vorliegenden Sammelband geht es also vor allem um die andauernde europäische Krise vor 1914 Schulte konzentriert sich dabei auf die von ihm herausgearbeitete Institution der Krisenkonferenzen die bereits seit Reichsgründung 1871 dann immer stärker ab 1900 die Politik des Kaiserreiches prägten Dieses innenpolitische Kräftespiel stellt der Autor aus der Sicht der Militärbehörden im Hinblick aud dem Weg in den Ersten Weltkrieg gerade unter dem Aspekt der Kriegsvorbereitung dar Schulte entwickelt so seine Thesen von der deutschen “Policy of Pretention” dass salopp gesagt “Bluffen” des Deutschen Reiches zwischen 1905 und 1914 dessen Mißerfolg nur folgerichtig erscheint “Ein in den gesellschaftlichen Strukturen erstarrtes Staatswesen hatte die Zeichen der Zeit nicht erkannt Mittelmäßiges Management veranlasste schließlich Fehlschläge Marneschlacht die irreparabel waren Der Krieg so wie er politisch und militärisch gedacht war ging verloren Ein vierjähriges verlustreiches und nutzloses Ringen folgte Alle Beteiligten verloren in der Folge ihre – bis dato – errungenen Positionen als Groß oder Weltmächte” Ein großartiger Beitrag zur Vorgeschichte und Vorbereitung des Ersten Weltkriegs durch die deutsche Politik und die militärische Führung Für Historiker und Experten sehr interessant leider für den Einstieg in die Thematik ohne genügendes Vorwissen zu komplex Empfehlenswert für Fortgeschrittene Norman Gutschow Freie Welt 25122011 Bernd F Schulte Deutsche Policy of Pretention Der Abstieg eines Kriegerstaates 1871 1914 Norderstedt 2009 404 S 2280 € ISBN 10 383702251X ISBN 13 978 3837022513

  3. says:

    Kolleginnen und Kollegen liebe Freunde inzwischen habe ich meine These zur Interpretation der momentanenVerwerfungen um Europa im Editorial von Extra Blatt konkretisiert Schließlich ist die Ausgabe um 1914 zentriert und es ergibt sich ausden Tagebüchern von Harry Graf Kessler aus dem Jahre 1918 wiebewußt in jenen Monaten wurde dass die USA der eigentliche Gegnerhinter England waren Allerdings schwante das den Engländern underst recht den Franzosen ebenfalls Sie wollten sich schließlich gernvergleichen aber Wilson die USA ließ sie nicht aus dem Kontrakt So kanm es zu Versailles zum deutschen Niedergang die deutscheArmee machte Konkurs und damit in weiterer Perspektive kam es zu Hitler und dem zweiten Hegemonialkampf auch um die Weltmacht stellung Mit freundlichen GrüßenIhrBernd Schulte Anl1 pts20110907023 PolitikRecht MedienKommunikationPressefach PressefachExtra Blatt fordert Ausgleich zwischen Europa und den USAMagazin mahnt dazu aus dem Scheitern in der Vergangenheit zu lernen13 Ausgabe des Extra Blatt erschienen13 Ausgabe des Extra Blatt erschienen Foto BerlinWienZürich pts023070920111345 Extra Blatt das Magazin für Politik und Zeitgeschehen fordert in seiner aktuellen Ausgabe den Ausgleich zwischen Europa und den USA Doch Mahnungen aus dem Scheitern in der Vergangenheit zu lernen haben wenig Aussicht auf geneigte Ohren zu treffen So wird es wahrscheinlich auch der 13 Ausgabe vom Extra Blatt ergehen die gerade in Hamburg herausgekommen ist Die Tatsache nämlich dass die Erwägungen Vorstellungen und Pläne der deutschen Führungsschicht vor 1914 das Heft in Europa so oder so in die Hand zu nehmen zum großen Clash mit der kommenden Weltmacht Amerika führte ist so brennend aktuell dass diese Mahnung nicht gehört werden wird Denn ein vereintes Europa wird automatisch in any case dank Finanz und Wirtschaftspotential zum natürlichen Konkurrenten der gegenwärtigen Weltmacht USA Diese Entwicklung wurde just in dem Moment virulent als sich Washington gerade mühsam mit dem Aufstieg Chinas familiär machte 1986 Paul Kennedy Der Abstieg der großen Mächte Es stellt eine der großen Verfehlungen deutscher Politik in Gegenwart und Vergangenheit dar nur der Ablehnung des englischen Bündnisses im Jahre 1901 vergleichbar erwartet zu haben Deutschland könne geradezu lautlos und hinter Europa versteckt mit den USA um die Position einer Weltmacht konkurrieren Es befindet sich damit ein innerlich geschwächter Staat der äußerlich auf einem Höhepunkt seiner Geschichte zu stehen scheint in der akuten Gefahr zwischen den selbstgewählten Mühlsteinen der europäischen Einigung und der amerikanischen Freundschaft zermahlen zu werden Denn ähnlich wie das Kaiserreich mit der Torheit durch die Engländer unbemerkt eine Flotte als Waffe gegen die Überlegenheit Großbritanniens in der Welt schmiedete und ins Abseits geriet begibt sich die Bundesrepublik diesmal mit Festland Europa auf die abschüssige Straße eine neue Weltmacht neben die noch weltbeherrschenden Vereinigten Staaten zu stellen Dass beide Male eine Antwort erfolgen mußte erlebten und erleben wir mit dem Ersten Weltkrieg und gerade mit dem Finanz und Währungskrieg um Euro und EU Dass sich Europa nun geradezu sprachlos diesen Gegebenheiten ausgesetzt findet mag jener Überraschung gleichen die in Deutschland langsam um sich griff als zB Ludendorff erkennen mußte einen welch bedeutenden militärischen Faktor die USA 1916 18 an der Westfront in Frankreich darstellten Die Kriegserklärung Deutschlands im 2Weltkrieg an die USA Dezember 1941 bildete lediglich eine weitere Schraubendrehung in diesem bewussten Vorgang von Nichtverstehen Und wie werden wir die Vorgänge um Athen Rom Paris und auch London morgen kommentieren?EndeAussender Extra BlattAnsprechpartner Dr Bernd SchulteTel 040 55 10 007E Mail infosforumfilmcomWebsite wwwforumfilmde Extra Blatt

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